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Eines Tages muss Hans Stettler bemerkt haben, dass die unbelebte Natur einzelnen Steinbrocken ein besonderes Attribut mitgegeben hat: eine durchgehende Öffnung, schlicht ein Loch! Die Lochsteine sind geboren. Aber sie sind nur in ausgewählten Gegenden zu finden. In spielerischer Weise kommt in Hans Stettlers Objekten diese Öffnung vielfältig zum Zug. Sie erfüllt immer wieder eine ihr zugewiesene Funktion.

Man halte den Stein mit der Öffnung vor ein Auge, gucke hindurch und stelle fest: das Gesichtsfeld ist eingeengt, der Blick ist fokussiert, plötzlich sieht man Details des anvisierten Gegenstands deutlicher.

Steine sind auf Metallstäben aufgereiht. Die schwerfälligen alpinen Original- Steinmannli, die uns im schwierigen Gelände den Weg weisen, finden hier ein elegantes Gegenüber: die "Steinfrau".

Das (ausgediente) Bergseil setzt in Kombination mit dem knorrigen Holz sehr zurückhaltend farbliche Akzente. Es verknüpft die Steine eng mit dem Holz, welchem der ehemalige Schreiner mit Kennerblick durch vorsichtige Bearbeitung sparsam Glanzlichter aufsetzt.

Der Möglichkeiten sind unzählige. Der "Flugstein" zum Beispiel hängt schlicht an einer Schnur, in das Loch ist eine grosse Vogelfeder - auch diese muss zuerst mal gefunden sein - gesteckt. Der geringste Luftzug lässt das Gebilde behutsam kreisen. Steine hängen wirr an feinen Schnüren und haben die Tendenz, jederzeit abzustürzen: der "Steinschlag".



© Hans Stettler, Dietikon - info@lochstein.ch